groezrock 2006, anti-flag, death by stereo, no use for a name, me first & the gimme gimmes, dropkick murphys, bad religion 29.04.2006

home pennywise millencolin nofx die aerzte bad religion blink 182 no fun at all no use for a name

konzertbericht

anti-flag, death by stereo, no use for a name, me first & the gimme gimmes, dropkick murphys, bad religion

groezrock fes
tival, meerhout, belgien, 29. april 2006


Samstagmorgen, Brussels Airport 5° C - das kann ja heiter bis wolkig werden! Das erste Highlight durfte ich gleich am Flughafen erleben, da Anti-Flag auch gerade gelandet waren fuhr ich mit ihnen Lift. Sie stiegen im 0 aus (Ground Zero sozusagen) und wurden mit dem Bus abgeholt. Ich hingegen musste mich mit Bahn und Bus zum Heiligen Gral der alternativen Openairs kämpfen, zum Groezrock, welches bereits zum 15. Mal stattfand.

Als erstes sah ich mir Maple Room, die ähnliche Musik machen wie From Autumn To Ashes im kleineren der beiden Zelte an. Fazit: Geiler Double Bass. Hardcore Fans kamen voll auf ihre Kosten und der Aufforderung zum obligaten Circle Pit zum Schluss wurde gerne Folge geleistet.

Ab zur Main Stage wo sich Death by Stereo die Ehre geben. Der Sänger sah für mich wie eine Mischung aus dem Sänger von Ska P und Göle aus. Mit seinem Gespucke und natürlich soundmässig grenzte er sich aber klar von den beiden ab und outete sich als authentischer Punk. Der Sound war mir persönlich etwas zu rocklastig, vor allem durch die zwischenzeitlichen Gitarrensoli, und die Show war etwas statisch, ja und die Stimme hat mich auch nicht überzeugt. Gefallen hat mir, das der Sänger sehr publikumsnah und freundlich war, was sich so äusserte, dass er nach dem Konzert spontan mit irgendeinem Fan quatschte, der ihn überreden wollte, für eine Show nach Schweden zu kommen.

Um halb 4 ging’s zu Anti-Flag aus Pittsburgh, Pennsylvenia, die schon mit dem allerersten Song „Fuck Police Brutality” und der Aufforderung "Raise Your Voice, Raise Your Fist!" zünftig einheizten. Die Jungs Priesen ihr neues Album „For Blood And Empire“ an, spielten aber vor allem Klassiker, wegen der kurzen Spieldauer von 45 Minuten. Dies wiederum riss das gesamte Publikum mit, und als Mal der Sound des Sängers, Chris #2, für ein ganzes Lied ausfiel und dieser, als wär’s ihm egal einfach weitersang sang ein riesiger Chor aus voller Kehle den Refrain (Respect for both sides!) Der Melodic Punk mit Street Punk Stimme hat mich noch nie so überzeugt wie bei diesem geilen Konzert. Unermüdlich politisch, „in desperate times like these, the world needs a band like Anti-Flag to set shit straight“, rockten sie mit “Die For Your Government“ und „Turncoat“ dem Ende ihrer Show entgegen. Eine sehnlichst geforderte Zugabe blieb aus, weil der Zeitplan dichtgedrängt war.

Mit No Use For A Name folgte gleich das nächste Highlight, eigentlich gab es nur Highlights wenn man mit „herkömlichen Festivals“ vergleicht. Nufan lieferten eine gewohnt gekonnte Show. Was auf CD angenehme Begleitmusik zum Autofahren oder Bumsen ist, rockt live so richtig, poppiger Gesang und ultraschnelles Killer Schlagzeug wie bei „The Answer Is Still No“ oder „On The Outside“ stellen dich vor die Frage, ob du mit dem Schlagzeug bangen oder mit Chris Mitgrölen sollst. Nach kurzer ruhigerer Phase ging’s mit den Klassikern richtig ab, angefangen mit „Coming Too Close“ über „Internation You Day“ bis zum krönenden Abschluss „Justified Black Eye“.

Zufrieden machte ich einen kurzen Abstecher zur 2nd Stage zu Born From Pain – Etwas Hardcore zum Headbangen für zwischendurch, gute Mukke, aber nicht sehr speziell.

Die Spielzeiten der beiden Bühnen überschnitten sich, deswegen ging ich wieder zurück wo’s hiess „Get Ready For A Classic Rockshow!“. Me First And The Gimme Gimmes starteten mit klassischer Gitarre bzw. mit „Stairway To Heaven“, aber natürlich setzten schon bald die elektrischen Begleiter ein und ab gings quer durch die 60er-, Liebeslieder-, Pop- und R&B-Beete. Das tuntige Cowboy-Outfit in hellblau unterstrich die Partystimmung und auch Fat Mike’s Aussetzer am Anfang vom geilen „All My Lovin“ störte nicht weiter, dies ist sogar fast Programm bei dem Punkrocklegenden-Spassquintett. Mittendrin wurde das einzige Originallied angekündigt: "Nobody Likes Us, Everybody Hates Us, American, American. Nobody Likes Us….” und alle stimmten mit ein. Auch bei dieser Show gab’s Tonprobleme. Spike’s Mandolinen-Intro zu „I Believe I Can Fly“ war kaum hörbar. Jedes zweite Lied wurde von Spike angekündigt mit dem Running Gag:“ This Next One Is A Cover“. Zusammengefasst kann man sagen, dass man die Kalifornier einmal gesehen haben muss, das reicht dann aber eigentlich auch. Immerhin brachte „Wild world“ die Mädchen hinter mir zum kreischen und beim wegen Text, Melodie,Tempowechsel und sowieso geilen Terry Jacks-Cover „Seasons In The Sun“ konnte ich mich dann doch auch nicht mehr zurückhalten. „Rocket Man“ bildete das Ende der Show.

Es folgten die Dropkick Murphys - ein Heimspiel!. Schon vor dem Auftritt fielen einem die unzähligen Murphys-T-Shirt-Träger auf. Mit einem irischen Volkslied als Intro begann die Celtic-Punkband ihr Set. Das ungeduldige Publikum liess aber gar nicht erst eine mystische Atmosphäre entstehen, stattdessen wird die Band mit „Let’s go Murphys“ Schlachtgesängen zum Rocken aufgefordert. Das taten sie dann auch und für viele war die Murphys-Party der Höhepunkt schlechthin. Das Zelt war übervoll und die Menge sang und tanzte bis weit ausserhalb des Zeltes. Mich vermochte das Ganze nicht richtig mitzureissen und schon gar nicht mehr als sie „The Wild Rover“ spielten, was mich einfach nur an Klaus und Klaus’ „Nordseeküste“ erinnerte. Mit einem Schmunzeln verliess ich das Konzert um mich mit Belgischen Pommes Frites auf Bad Religion zu freuen.

Diese spielten nun wie die Murphys zuvor immerhin 1 Stunde und noch ein bisschen mehr. Bad Religion legte mit „21st Century Digital Boy los, bei welchem es sich der angetrunkene Fat Mike nicht nehmen liess, auf die Bühne zu stürmen und den Refrain mitzujohlen. Schon bald folgte mit „Conquer The World“ die nächste Mitsinghymne, gefolgt vom kritischen „Come Join Us“. In den Strophen von Bad Religion Songs steckt so viel sinnvoller Text drin, dass diese nicht immer mitreissend sein können, dafür nehmen dich dann die Sing Along-Melodien der Refrains jeweils voll mit. Ein tolles Konzert fand in „American Jesus“ einen guten Abschluss und mit „Generator“ als Zugabe schlussendlich einen atombombastischen. „Like A Rock, Like A Planet, Like A Fucking Atom Bomb...“. Greg bezeichnete das Konzert als erfolgreichen Abschluss ihrer 25000-Meilen-Welttournee (3 Konzerte in Japan, Los Angeles und Groezrock), und es war auch ein gelungener Abschluss des Groezrock.











Zum Groezrock

Das Publikum war sehr international, neben 90% Belgiern, Holländern, Deutschen und Franzosen traf man auch auf Spanier, Italiener, Engländer, Schweizer usw.

Crowd Surfing war immer erlaubt, Stage Diving meistens.

Viels
eitiges Essensangebot. Bei den Getränken fiel die Auswahl einfacher: Fürs Gemüt gab’s Bier oder Jägermeister, für den Kater Mineralwasser, wobei man den natürlich auch wieder mit den beiden erstgenannten Getränken vertreiben konnte. Auf den Campingplatz durfte man so viel Essen und Bier schleppen wie man wollte, einfach kein Glas.

Die Performances überzeugten generell. Durchs Band wurde richtig abgerockt, nicht wie Millencolin oder Green Day am letzten Greenfield nur nett, sondern richtig, EMOtional, PUNKig oder manchmal sogar HARDCORE. Am Freitag wurde vor allem Emo gespielt, am Samstag gehörte die Main Stage dem Punkrock, der 2nd Stage dem Hardcore – Eigentlich einfach, aber wenn man beides mag, kann die Entscheidung schwer fallen.

Beim Groezrock gab es ein riesiges Merchandising Zelt - eigentlich zwei. Wenn man aus dem HC/Punk-Markt raus kam, wurde man gleich ins nächste Zeit weitergeleitet, wo sich das Band Merchandising befand. Ich kam mir vor wie bei IKEA.

Da es das erste Festival des Jahres war, war’s vor allem in der Nacht arschkalt (unbedingt mit Alkohol, Menschen oder Kleidern isolieren).Der zwischenzeitliche Regen war bei den Konzerten kein Problem. Die 2 Zeltbühnen sorgten für eine explosive Stimmung, Wetterschutz und frische Luft, da sie hinten und auf der Seite offen waren.

Die Stimmung unter den Festivalbesuchern war locker und gut. Man traf eine Armee von Gleichgesinnten (10'000) und das Goezrock ist nicht soo weit entfernt (570km ab Basel). Es lohnt sich!



rolf, 05.05.2006


die möglichkeit, seinen senf dazuzugeben, gibt's im


wer fotos von erwähnten konzerten besitzt oder selber gerne reviews schreibt, kann mir diese gerne mailen an webmaster@punkrock.ch